In der Schweiz ist die Katastrophenversicherung ein zentraler Baustein des privaten Versicherungsschutzes. Während viele Hausbesitzer auf die obligatorische Gebäudeversicherung vertrauen, wird die Ergänzung durch eine Katastrophenversicherung oft unterschätzt. Doch besonders in Regionen mit hohem Risiko für Naturkatastrophen wie Hochwasser, Erdbeben oder Lawinen ist diese Zusatzversicherung oft unverzichtbar. Laut dem Schweizerischen Versicherungsverband (SVV) sind etwa 70 Prozent der Haushalte in Hochrisikogebieten ohne spezielle Absicherung gegen solche Ereignisse. Die Versicherer bieten dabei unterschiedliche Pakete an, die je nach Bedarf angepasst werden können – von Basisoptionen bis hin zu umfassenden Paketen mit bis zu 50 Prozent mehr Deckungssumme.
Ein konkretes Beispiel zeigt die Bedeutung dieser Versicherung besonders gut: Im Jahr 2022 verursachte ein schweres Hochwasser in der Region Zürich Schäden in Höhe von über 500 Millionen Franken. Viele Betroffene waren zunächst auf ihre Gebäudeversicherung angewiesen, doch diese deckte oft nur einen Teil der Schäden – etwa die Fundamentschäden oder die Kosten für temporäre Unterkünfte. Hier springt die Katastrophenversicherung ein und übernimmt bis zu 100 Prozent der zusätzlichen Kosten, wie etwa die Reparatur von Fenstern oder die Sanierung von Dächern. Besonders in ländlichen Gebieten, wo Hochwasser und Erdrutsche häufiger vorkommen, ist diese Absicherung ein Muss.
Was genau wird abgedeckt?
Die Deckungsumfang variiert je nach Anbieter und Tarif, doch im Allgemeinen umfasst eine gute Katastrophenversicherung folgende Risiken: Hochwasser, Erdbeben, Lawinen, Sturm, Hagel und auch Überschwemmungen durch Schneeschmelze. Einige Policen bieten zudem Schutz vor Schäden durch Erdrutsche oder Felsstürze, besonders in alpinen Regionen. Ein wichtiger Unterschied zu den klassischen Gebäudeversicherungen liegt in der Deckung von Kosten für temporäre Unterkünfte oder die Wiederherstellung von Innenausstattung. Laut einer Studie des Bundesamts für Statistik (BFS) wurden 2023 etwa 40 Prozent der Versicherungsansprüche durch Lawinen oder Erdrutsche ausgelöst – ein klares Signal, dass die Absicherung gegen solche Risiken immer wichtiger wird.
Ein häufiger Fehler bei der Auswahl der Police ist, dass Versicherte sich auf die Standardoptionen verlassen und nicht die individuellen Bedürfnisse prüfen. So gibt es etwa Tarife, die nur Hochwasser abdecken, während andere auch Erdbeben und Lawinen mit einbeziehen. Wer in einer Region mit hohem Lawinenrisiko wohnt, sollte auf eine Police mit spezifischer Lawinenabsicherung achten – diese kann die Kosten für die Bergung von Objekten oder die Sanierung von Gebäudeschäden deutlich reduzieren. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass einige Versicherer die Deckung für bestimmte Risiken auf bestimmte Regionen beschränken. Wer also in einer Hochrisikogebiet wohnt, sollte genau prüfen, ob die Police tatsächlich alle relevanten Risiken abdeckt.
Kosten und Vergleich: Was lohnt sich?
- Die durchschnittlichen Prämien für eine Katastrophenversicherung liegen zwischen 50 und 150 Franken pro Jahr, abhängig vom Risikoprofil des Gebäudes und der gewählten Deckungsumfang.
- Haushalte in Hochrisikogebieten zahlen oft 20 bis 30 Prozent mehr als solche in niedrigriskanten Regionen.
- Ein Vergleich zwischen den Anbietern zeigt, dass einige Versicherer wie die https://supercat.supercat.at/ oder die AXA besonders transparente Tarife anbieten, während andere Policen mit versteckten Ausschlüssen oder höheren Selbstbehalten einhergehen.
- Wer bereits eine Gebäudeversicherung hat, kann die Katastrophenversicherung oft als Zusatzoption beantragen – das spart Zeit und Geld, da keine neue Police abgeschlossen werden muss.
- Laut dem SVV werden etwa 60 Prozent der Haushalte in der Schweiz die Katastrophenversicherung unterschätzen, obwohl sie in etwa 40 Prozent der Fälle relevant wird.
Ein weiterer Aspekt, der oft vernachlässigt wird, ist die Frage der Selbstbeteiligung. Manche Policen sehen eine höhere Selbstbeteiligung vor, wenn es um besonders schwere Schäden geht – etwa bei Erdbeben oder Lawinen. Wer also in einer Region mit hohem Risiko wohnt, sollte prüfen, ob eine niedrigere Selbstbeteiligung möglich ist oder ob eine höhere Prämie den besseren Schutz bietet. Ein guter Tipp ist, die Police regelmäßig zu überprüfen, da sich die Risiken in der Region ändern können. So kann etwa ein Neubau in einer Hochrisikogebiet später eine andere Deckung erfordern als ein älteres Haus.
Fazit: Warum die Absicherung nicht verhandeln
Die Katastrophenversicherung ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit – besonders für Hausbesitzer in riskanten Regionen. Während die Gebäudeversicherung oft nur einen Teil der Schäden deckt, übernimmt die Katastrophenversicherung zusätzliche Kosten wie temporäre Unterkünfte oder die Wiederherstellung von Innenausstattung. Ein Blick auf die letzten Jahre zeigt, dass Naturkatastrophen immer häufiger und schwerwiegender werden. Wer also in der Schweiz ein Haus besitzt, sollte sich nicht nur auf die Standardversicherung verlassen, sondern gezielt nach einer Police mit umfassendem Schutz gegen alle relevanten Risiken suchen. Ein kleiner Aufwand im Vorfeld kann später enorme finanzielle Ersparnisse bringen – oder im schlimmsten Fall sogar Leben retten.
